E-Dart

E-Dart oder Steeldart: Was ist lauter? Lautstärke erklärt

Wie die Geräusche bei E-Dart und Steeldart entstehen, was Regelwerke zum Pfeilgewicht sagen und was für die Nachbarn zählt.

E-Dart oder Steeldart: Was ist lauter?

Ob E-Dart oder Steeldart lauter ist, lässt sich nicht belegen: Eine Messung, die beide Bauarten unter gleichen Bedingungen vergleicht, kennen wir nicht. Die Geräusche entstehen unterschiedlich. Beim Steeldart dringt eine Metallspitze in gepresste Sisalfasern, beim E-Dart trifft eine Kunststoffspitze auf gelochte Kunststoffsegmente; dazu kommen Ansagen und Soundeffekte des Geräts. Für die Nachbarn zählt bei beiden vor allem, was über Befestigung und Wand übertragen wird. Wähle deshalb nach Spielvorliebe und plane die Aufhängung. Die Bauart allein macht keine Wohnung leise.

Illustrative Szene: Ein Steeldart mit Metallspitze und ein Softdart mit Kunststoffspitze liegen nebeneinander auf einem Holztisch, daneben drei lose Kunststoffspitzen
KI-generierte Illustration

E-Dart oder Steeldart: Was ist lauter?

Eine belastbare Antwort gibt es nicht. Uns ist keine Messung bekannt, die eine elektronische Dartscheibe und ein Steeldartboard unter gleichen Bedingungen vergleicht: gleiche Wand, gleiche Befestigung, gleicher Messort. Wer eine Bauart pauschal leiser nennt, stützt sich auf Eindrücke aus einzelnen Aufbauten.

Sinnvoller ist die Frage, welches Geräusch gemeint ist. Im Spielzimmer hörst du den Treffer selbst und beim E-Dart zusätzlich das Gerät. Nebenan kommt an, was über Befestigung und Wand übertragen wird. Die folgenden Abschnitte erklären beide Wege und was die Hersteller und Regelwerke dazu hergeben.

So entsteht das Geräusch am Steeldartboard

Ein Steeldartboard besteht aus Sisal. Die Regeln der World Darts Federation schreiben für Turnierboards Sisal und die Bauart „Bristle“ vor. Karella beschreibt die Herstellung so: Sisal ist eine Naturfaser aus den Blättern der Agave, und Millionen dieser Fasern werden unter hohem Druck zur Scheibe gepresst. Die Felder trennt ein Drahtgitter, die Spinne.

Der Pfeil hat nach den WDF-Regeln eine nadelförmige Metallspitze. Beim Treffer dringt sie in die gepressten Fasern ein. Trifft sie einen Draht, kann der Pfeil abprallen; Winmau wirbt beim Blade 6 mit einem dünnen, angewinkelten Draht, der Darts ins Feld lenken und Abpraller verringern soll.

Elektronik hat ein Sisalboard nicht. Das Geräusch besteht aus dem Einschlag und dem, was die Halterung an die Wand weitergibt.

So entsteht das Geräusch an der elektronischen Dartscheibe

Bei der elektronischen Dartscheibe treffen andere Materialien aufeinander. Die Liga-Regeln des Deutschen Sportautomatenbunds verlangen elastische Kunststoffspitzen, die in den Bohrungen des Boards stecken bleiben. Die Spielfläche besteht aus gelochten Segmenten. GRAN DARTS nennt für das GRANBOARD3s Nylonharz als Material der Segmente, Karella spricht bei seinen Dartautomaten von 2-Loch-Segmenten.

Dass der Treffer hörbar ist, behandelt zumindest dieser Hersteller als Konstruktionsaufgabe. GRAN DARTS schreibt, in jedem Segment sitze ein schalldämpfender Schwamm, der das Geräusch beim Auftreffen mindern soll, und die Rückplatte habe 740 Löcher, um das Gerät leiser zu machen. Das sind Angaben des Herstellers. Eine Dezibelzahl oder einen Messaufbau nennt die Produktseite nicht.

Solche Maßnahmen betreffen das Geräusch im Raum. Ob und wie viel weniger über die Befestigung in die Wand gelangt, sagen sie nicht.

Pfeilgewicht: Was die Regelwerke erlauben

Steeldarts und Softdarts unterscheiden sich nicht nur in der Spitze. Die Regelwerke setzen auch verschiedene Obergrenzen für Länge und Gewicht.

MerkmalSteeldartSoftdart (E-Dart)
RegelwerkWorld Darts Federation, Playing and Tournament Rules, Regel 1.01Deutscher Sportautomatenbund, DSAB-Liga-Regeln, Regel 1.4.2
SpitzeNadelförmige MetallspitzeElastische Kunststoffspitze
Höchstlänge30,5 cm16,8 cm
Höchstgewicht50 Gramm21 Gramm einschließlich 5 % Toleranz, seit Saison 2/2019 (zuvor 18 Gramm)

Zwei Hinweise zur Einordnung:

  • Es sind Obergrenzen. Die Regeln sagen nicht, wie schwer übliche Pfeile sind. Dazu machen wir keine Angabe.
  • Geräte können eigene Grenzen haben. Karella gibt für den Dartautomaten CB-90 an, er sei ausschließlich für Softdarts bis maximal 18 g geeignet.

Die Regeln lassen beim Steeldart also schwerere Pfeile zu. Wie stark sich das Gewicht auf das Geräusch im Raum oder auf das Klopfen nebenan auswirkt, ist für Dartpfeile nicht vergleichend gemessen. Eine Zahl dazu wäre geraten.

Ansagen und Soundeffekte: die zweite Geräuschquelle beim E-Dart

Eine elektronische Dartscheibe macht auch ohne Treffer Geräusche. Karella nennt für den CB-90 eine elektronische Stimmenansage und Soundeffekte; die Lautstärke ist nach Herstellerangabe in acht Stufen regelbar. Ob sich der Ton ganz abschalten lässt, steht auf der Produktseite nicht.

Dieser Teil ist Luftschall, den das Gerät selbst erzeugt. Wo der Hersteller eine Lautstärkeregelung vorsieht, lässt er sich ohne Umbau leiser stellen. Das unterscheidet ihn vom Treffergeräusch, das zur Bauart gehört. Welche Schritte außerhalb des Geräts helfen, steht im Ratgeber zur elektronischen Dartscheibe.

Geräusch im Raum und Klopfen in der Wand

Für die Nachbarn ist selten entscheidend, wie hell oder dumpf der Treffer im Zimmer klingt. Eine Broschüre des Landes Oberösterreich zum Schallschutz im Wohnbau beschreibt zwei Wege:

  • Luftschall. Sprache oder Musik versetzen Wände und Decken in Schwingung, die wiederum die Luft im Nachbarraum anregen. Wie viel durchkommt, hängt von der Schalldämmung des Bauteils ab.
  • Körperschall. Wird ein Bauteil direkt angeregt, breitet sich der Schall im gesamten Baukörper aus, auch in Räume, die weiter entfernt liegen.

Ein Dartboard an der Wand regt das Bauteil direkt an: Der Treffer geht über Scheibe oder Gehäuse und die Befestigung in die Wand. Das gilt für beide Bauarten. Dagegen setzt eine elastische Trennung an; Getzner beschreibt für Elastomerlager, dass sie verhindern sollen, dass Schwingungen in tragende Strukturen eingeleitet werden.

Hier liegt ein praktischer Unterschied, der mit der Lautstärke nichts zu tun hat. Karella führt seinen Schallschutz Ultimo als System für Steeldartboards. Eine elektronische Dartscheibe wird mit eigenem Montagematerial aufgehängt, das Karella etwa dem CB-90 beilegt; ob ein Schallschutz-System dazu passt, musst du beim Anbieter klären. Welche Bauformen es gibt, zeigt der Schallschutz-Vergleich.

Was heißt das für die Wahl in der Wohnung?

Entscheide nicht nach dem Ruf einer Bauart, sondern nach dem Geräusch, das bei dir stört.

  • Es stört im eigenen Haushalt. Beim E-Dart kannst du Ansagen und Effekte leiser stellen, soweit das Gerät es zulässt. Ein Sisalboard hat keinen Lautsprecher. Hallt der Raum, können Absorber an den Wänden helfen; dazu mehr im Ratgeber zu Akustikpaneelen.
  • Es klopft nebenan oder unten. Dann entscheidet die Befestigung. Plane eine entkoppelte Aufhängung oder prüfe einen freistehenden Dartständer statt der Wandmontage. Bei E-Dart klärst du vorher, welches System zum Gerät passt.
  • Die Wand soll heil bleiben. Steeldarts haben Metallspitzen. Plane um das Board einen Dart-Wandschutz ein.
  • Du suchst die leiseste Dartscheibe. Diese Frage beantworten wir im Ratgeber zum Dämmen der Dartscheibe.

Welche Bauart du auch wählst: Mach nach der Montage eine Hörprobe mit den Nachbarn, wie im Ratgeber zu Dartscheibe und Nachbarn beschrieben. Geräuschlos wird keine der beiden.

Häufige Fragen

E-Dart oder Steeldart: Was ist lauter?

Das lässt sich nicht belegen. Eine Messung, die eine elektronische Dartscheibe und ein Steeldartboard an derselben Wand und mit derselben Befestigung vergleicht, kennen wir nicht. Im Spielzimmer klingen beide unterschiedlich, weil Spitze und Spielfläche aus anderen Materialien bestehen. Was nebenan ankommt, hängt bei beiden vor allem von Befestigung und Wand ab.

Sind Softdarts leichter als Steeldarts?

Die Regelwerke erlauben beim Softdart weniger Gewicht. Die World Darts Federation lässt für Steeldarts höchstens 50 Gramm und 30,5 cm Länge zu. Die Liga-Regeln des Deutschen Sportautomatenbunds nennen für Softdarts 16,8 cm und seit der Saison 2/2019 21 Gramm einschließlich 5 Prozent Toleranz. Das sind Obergrenzen, keine üblichen Gewichte; Gerätehersteller können niedrigere Werte vorgeben.

Kann ich die Soundeffekte einer E-Dartscheibe leiser stellen?

Das hängt vom Gerät ab. Karella gibt für den Dartautomaten CB-90 an, dass er Stimmenansage und Soundeffekte hat und die Lautstärke in acht Stufen regelbar ist. Ob sich der Ton ganz abschalten lässt, steht auf der Produktseite nicht. Schau in die Anleitung deines Geräts.

Gibt es besonders leise elektronische Dartscheiben?

Einzelne Hersteller werben damit. GRAN DARTS schreibt zum GRANBOARD3s, in jedem Segment sitze ein schalldämpfender Schwamm und die Rückplatte habe 740 Löcher, um das Gerät leiser zu machen. Eine Dezibelzahl oder einen Messaufbau nennt der Hersteller nicht. Solche Maßnahmen betreffen das Treffergeräusch im Raum, nicht die Übertragung in die Wand.

Ist E-Dart in der Wohnung die bessere Wahl gegen Lärm bei den Nachbarn?

Das lässt sich nicht pauschal sagen. Für die Nachbarn zählt bei beiden Bauarten, wie die Scheibe befestigt ist und wie die Wand gebaut ist. Karella beschreibt seinen Schallschutz für Steeldartboards; bei einer elektronischen Dartscheibe musst du die Passung eigens klären. Plane deshalb zuerst die Aufhängung und entscheide dann nach Spielvorliebe.

E-Dartscheibe dämmen

Quellen & Einordnung

Quellen zuletzt geprüft: 13. Oktober 2026. Die Quellen erklären Grundlagen, Regeln und Herstellerangaben; sie belegen keine konkrete Dämmwirkung eines hier vorgestellten Aufbaus. Praktische Prüfschritte sind redaktionelle Empfehlungen.